Ein Hausnotruf verbindet auf Knopfdruck mit einer Notrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist. Sie organisiert Hilfe durch Angehörige, Pflegedienst oder Rettungsdienst. Sinnvoll ist er für Menschen, die allein leben und stürzen könnten oder chronisch krank sind (Verbraucherzentrale). Mit Pflegegrad kann die Pflegekasse den Grundpreis ganz übernehmen, Details unter Hausnotruf-Kosten.
So funktioniert ein Hausnotruf
- Notrufknopf: Sie tragen ihn als Armband oder an einer Halskette.
- Basisstation: Sie steht in der Wohnung, hat einen Lautsprecher und ein Mikrofon und ist an Telefon- oder Internetanschluss und Steckdose angeschlossen.
- Notrufzentrale: Nach dem Knopfdruck meldet sich eine Mitarbeiterin über die Freisprechanlage, auch wenn Sie nicht ans Telefon kommen.
- Hilfe: Je nach Lage informiert die Zentrale Angehörige, einen Pflegedienst, den Rettungsdienst oder den Notarzt.
Damit die Zentrale schnell richtig reagiert, sind dort Ihre Adresse, der Zugang zur Wohnung, Gesundheitszustand, Medikamente und die Kontaktdaten von Angehörigen hinterlegt. Diese Daten müssen DSGVO-konform gespeichert werden.
Für wen sich ein Hausnotruf lohnt
Die Verbraucherzentrale nennt diese Anzeichen. Je mehr davon zutreffen, desto sinnvoller ist ein Hausnotruf:
- Sie leben allein oder sind oft lange allein.
- Sie sind sturzgefährdet oder unsicher beim Gehen.
- Sie haben Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel.
- Sie haben eine chronische Krankheit mit Notfallrisiko, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, Asthma oder Epilepsie.
- Sie sind schon gestürzt oder hatten einen anderen Notfall.
Bei Demenz ist der klassische Hausnotruf oft weniger geeignet, weil Betroffene den Knopf nicht gezielt auslösen. Hier können Sturzsensoren oder Kontrollanrufe helfen, die aber extra kosten.
Für Angehörige bedeutet ein Hausnotruf vor allem Entlastung: Sie wissen, dass im Notfall jemand reagiert, auch wenn sie selbst nicht erreichbar sind.
Was ein guter Hausnotruf leisten sollte
Im Basistarif, den die Pflegekasse bezahlt, sind laut Verbraucherzentrale enthalten:
- Bereitstellung der Basisstation
- Funksender als Armband oder Halskette
- Installation und Einweisung, auch für eine Kontaktperson
- Notrufzentrale, die 24 Stunden erreichbar ist
- Behebung von Mängeln
Zusatzleistungen gibt es in Komforttarifen gegen Aufpreis:
- Schlüsselhinterlegung, damit Helfer in die Wohnung kommen
- Regelmäßige Kontrollanrufe
- Sturzsensoren, die automatisch Alarm schlagen
- Mobiler Notruf mit GPS für unterwegs
Was diese Leistungen kosten und wie viel Sie selbst zahlen, steht im Artikel Hausnotruf-Kosten und Anbieter-Vergleich.
Technische Voraussetzungen
- Anschluss: Telefon- oder Internetanschluss für die Basisstation, dazu eine Steckdose.
- Ausfallsicherheit: Prüfen Sie, ob das System funktioniert, wenn der Router keinen Strom hat. Geräte mit SIM-Karte funktionieren auch bei ausgefallenem Telefon oder Internet. Ein Akku überbrückt Stromausfälle laut Verbraucherzentrale für etwa 10 bis 20 Stunden.
- Reichweite: Der Funkknopf reicht meist bis zu 50 Meter. In einem großen Haus oder im Garten sollten Sie das testen.
Zuschuss der Pflegekasse
Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse unter bestimmten Bedingungen den Basistarif, laut Verbraucherzentrale bis zu 27 Euro im Monat. Welche Bedingungen gelten, was Zusatzleistungen kosten und was Sie am Ende selbst zahlen, steht im Artikel Hausnotruf-Kosten.
So finden Sie den passenden Anbieter
Hausnotrufe bieten Wohlfahrtsverbände wie DRK, Johanniter, Malteser und Arbeiter-Samariter-Bund an, aber auch private Firmen. Achten Sie beim Vergleich auf:
- Vertragspartner der Pflegekasse? Nur dann übernimmt die Kasse den Basistarif.
- Wer kommt im Notfall? Gibt es einen eigenen Bereitschaftsdienst vor Ort, oder ruft die Zentrale nur Angehörige und Rettungsdienst?
- Laufzeit und Kündigung: Lässt sich der Vertrag monatlich kündigen?
- Nur buchen, was Sie brauchen. Oft reicht der Basistarif, sagt die Verbraucherzentrale.
Eine Checkliste mit Kosten finden Sie im Artikel Hausnotruf-Kosten und Anbieter-Vergleich.
Mehr Sicherheit im Haus
Ein Hausnotruf hilft nach einem Sturz. Damit es gar nicht so weit kommt, lohnt ein Blick auf die Wohnung, siehe Sturzprophylaxe: Ein Treppenlift kann Stürze auf der Treppe verhindern, und für Umbauten gibt es bis zu 4.180 Euro Zuschuss von der Pflegekasse.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Hausnotrufsysteme erklärt: So helfen sie im Notfall, Stand 29.07.2026, abgerufen am 26.10.2026
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel
Bei akuter Gefahr wählen Sie immer direkt den Notruf 112.



